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Tattoo-Anzahlung: welche Höhe passt und wie deine Kundschaft zahlt

Für ein kleines Flash 30 € Anzahlung und für einen ganzen Tag am Rücken auch 30 €. Sagt die Rücken-Kundin am Vorabend ab, verliert sie den Preis eines Abendessens und du einen Arbeitstag, den du so kurzfristig nicht mehr füllst. Die Anzahlung muss zur Größe des Termins passen. Und sie sollte auf einem Weg kommen, bei dem du nicht jedes Mal im Online-Banking nachsehen musst, ob das Geld wirklich da ist.

Eine Hand hält ein Handy mit einer Bezahlseite aus abstrakten Farbflächen, im Hintergrund ein Tattoostuhl und eine Arbeitslampe

Was die Anzahlung abdecken soll

Sie hält den Termin fest, denn wer nicht kommt, verliert sie. Sie bezahlt die Arbeit vor dem Termin, also Zeichnen, Änderungen und Schablone. Und sie wird auf den Endpreis angerechnet. Sag das auch so, damit niemand glaubt, er zahle eine Gebühr obendrauf.

Daraus ergibt sich die Untergrenze: Die Anzahlung deckt mindestens deine Zeichenzeit und ist so hoch, dass eine spontane Absage spürbar wehtut. Die Obergrenze setzt die Kundschaft. Wer für ein Motiv am Unterarm 400 € vorab zahlen soll, schaut sich vielleicht noch woanders um. Nebenbei schützt eine Anzahlung vor dem Zeichnen auch deine Entwürfe, mehr dazu im Artikel über kopierte Tattoo-Motive.

Prozent oder fester Betrag

Ein fester Betrag lässt sich leicht kommunizieren und passt zu kleinen Motiven, deren Preis vorher feststeht. Ein Prozentsatz wächst mit dem Projekt und passt zu allem, wofür du einen Stundenpreis oder Tagessatz nennst. Du kannst beides mischen: Flash und kleine Sachen mit festem Betrag, alles ab einem halben Tag mit einem Prozentsatz vom geschätzten Preis. Krumme Beträge darfst du runden. Aus 25 % von 580 € werden 145 €, und wenn dir glatte Zahlen lieber sind, schreibst du 150 € als festen Betrag in den Link.

Bei großen Projekten über mehrere Sitzungen nimm für jede Sitzung eine eigene Anzahlung, die auf diese Sitzung angerechnet wird. So ist jeder Termin für sich abgesichert. Am Ende muss niemand nachrechnen, welcher Betrag schon wo verrechnet wurde.

Rechenbeispiele in Euro

Die Zahlen in der Tabelle sind Beispiele, keine Branchenwerte. Setz deine eigenen Preise ein.

Rechenbeispiele für die Anzahlung (Beispielpreise)
TerminSo kannst du rechnenBeispiel
Kleines Flash, Preis steht festFester Betrag, der die Vorbereitung decktPreis 120 €, Anzahlung 40 €
Kleines eigenes MotivFester Betrag plus ZeichenzeitPreis 250 €, eine Stunde Zeichnen, Anzahlung 80 €
Halber TagProzentsatz vom geschätzten PreisSchätzung 600 €, 25 %, Anzahlung 150 €
Ganzer TagProzentsatz vom TagessatzTagessatz 1.100 €, 20 %, Anzahlung 220 €
Großes Projekt über mehrere SitzungenPro Sitzung eine eigene Anzahlung4 Sitzungen zu je 900 €, je 200 € Anzahlung

Ein kurzer Test für deine Zahl: Stell dir vor, die Person sagt am Vorabend ab. Deckt die Anzahlung dann deine Zeichenzeit und einen spürbaren Teil des Tages, den du jetzt nicht mehr vergeben kannst, passt sie. Reicht sie nur für Papier und Schablone, ist sie zu niedrig.

In OpenInk Studio legst du im Buchungslink fest, ob die Anzahlung ein Prozentsatz zwischen 1 und 100 % vom Preis der Sitzung ist oder ein fester Betrag. Die Kundschaft wählt einen deiner Termine und zahlt per Karte, Apple Pay oder Google Pay direkt auf dein eigenes Stripe-Konto. Wer zuerst zahlt, bekommt den Termin. Dazu kommt für die Kundschaft eine Servicegebühr als eigene Zeile: 10 % im Free-Tarif, mindestens 3,49 €, und 5 % mit Mitgliedschaft oder im Testzeitraum, mindestens 1,99 €. Bei 150 € Anzahlung sind das 15 € oder 7,50 €, bei 30 € greift in beiden Tarifen das Minimum. Deine Anzahlung kommt voll bei dir an. Wie der Link im Detail funktioniert, steht auf der Seite zur Tattoo-Anzahlung per Link.

Eine Hand hält ein Handy mit der Buchungsseite eines Tattoostudios: zwei Terminvorschläge, eine Anzahlung in Euro, darunter eine Zeile Servicegebühr und der Button zum Bezahlen, dahinter graublaues Papier mit Linienzeichnungen

Wie Kundschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz zahlt

In Deutschland kommen viele Anzahlungen per PayPal oder Überweisung. Beides kennt jeder, und beides macht Arbeit. Bei der Überweisung schaust du ins Konto, suchst den Verwendungszweck und rätst, ob „Anzahlung Lena“ zu Lena Hoffmann oder zu Lena Weber gehört. Ein Screenshot vom Überweisungsauftrag zeigt nur, dass jemand auf „Senden“ getippt hat. Bis das Geld wirklich da ist, hältst du den Termin frei, ohne zu wissen, ob es kommt. PayPal geht schneller, ist aber ein weiteres Konto, aus dem du jede Zahlung von Hand in deine Übersicht überträgst.

  • Direkt über den Buchungslink: Karte, Apple Pay, Google Pay und Link. Stripe zeigt je nach deinem Konto weitere Zahlungsarten an, zum Beispiel EPS bei einem Konto in Österreich, Revolut Pay in Europa und bei einem Schweizer Konto möglicherweise TWINT.
  • Nicht über den Buchungslink: PayPal, Überweisung, SEPA-Lastschrift, Klarna und andere Ratenzahlungen, Wero aus Deutschland, Bargeld und dein eigenes Kartenterminal.

Kommt eine Anzahlung auf einem dieser Wege, trägst du den Betrag in der Buchung über „Vor-Ort-Zahlung erfassen“ ein, auch wenn das Geld schon eine Woche vor dem Termin per PayPal oder Überweisung kam. Das kostet keine Servicegebühr, und der Betrag zählt bei deinen Einnahmen mit. Eintragen kannst du bei Buchungen mit dem Status „Gebucht“ oder „Abgeschlossen“, also auch den Restbetrag, den du nach der Sitzung bar oder über dein eigenes Terminal kassierst. Im Free-Tarif braucht ein Buchungslink eine Online-Anzahlung, außer bei Stammkundschaft, die schon einmal über OpenInk angezahlt hat. Einen Link ohne Anzahlung, bei dem die Kundschaft nur den Termin wählt, gibt es mit Mitgliedschaft und im Testzeitraum.

Buchungsdetails in OpenInk Studio mit dem geöffneten Formular „Vor-Ort-Zahlung erfassen“ und ausgefülltem Feld „Erhaltener Betrag“

Die Anzahlung gleich mit dem Preis nennen

Nenn die Anzahlung in derselben Nachricht wie den Preis und nicht erst, wenn der Termin schon halb ausgemacht ist. Schreib dazu, was sie abdeckt und dass sie verrechnet wird. Je klarer die erste Nachricht, desto seltener kommt später die Diskussion, ob bei einer Absage etwas zurückgeht.

Zum Beispiel so: „Für das Motiv am Unterarm rechne ich mit etwa 600 €. Damit ich den Termin für dich blocke und mit dem Entwurf anfange, nehme ich 150 € Anzahlung, die ziehe ich am Ende vom Preis ab. Den Link mit Terminen und Bedingungen schicke ich dir gleich.“

Erstatten oder verrechnen

Was bei einer Absage mit der Anzahlung passiert, schreibst du auf, bevor gezahlt wird, und die Kundschaft stimmt zu. Eine Vorlage für diese Bedingungen findest du auf der Seite zur Tattoo-Anzahlung. Was der Verbraucherschutz zu Anzahlungen vorschreibt, ist von Land zu Land verschieden, also prüf die Bedingungen vor dem Veröffentlichen. Sagst du selbst ab, gehen in OpenInk Studio Anzahlung und Servicegebühr vollständig an die Kundschaft zurück. Wie du mit kurzfristigen Absagen und Leuten umgehst, die gar nicht erst kommen, steht im Ratgeber zu No-Shows und kurzfristigen Absagen.

In Studios mit mehreren Artists muss außerdem klar sein, wer eine verfallene Anzahlung behält und wie Erstattungen in die Monatsabrechnung eingehen. Bucht die Kundschaft über das Studio, landet die Anzahlung in OpenInk Studio auf dem Stripe-Konto des Studios. Das ist Thema im Artikel über Stuhlmiete und Umsatzbeteiligung.

Drei Fälle, die oft vorkommen

Anzahlung bei Stammkundschaft
Bei Leuten, die du kennst, kannst du die Anzahlung senken oder ganz weglassen. In OpenInk Studio darf im Free-Tarif ein Link ohne Anzahlung rausgehen, wenn die Person schon einmal über OpenInk angezahlt hat. Mit Mitgliedschaft und im Testzeitraum kannst du jeden Link ohne Anzahlung schicken.
Anzahlung bar im Studio
Die Person wählt ihren Termin über einen Link ohne Anzahlung, und du trägst das Bargeld danach mit „Vor-Ort-Zahlung erfassen“ ein. Im Free-Tarif geht das nur bei Stammkundschaft, die schon einmal über OpenInk angezahlt hat, sonst brauchst du die Mitgliedschaft oder den Testzeitraum.
Höhere Anzahlung nach einem No-Show
Wer schon einmal nicht gekommen ist, kann beim nächsten Mal mehr anzahlen oder gleich den ganzen Preis. Im Buchungslink trägst du dafür einen höheren Prozentsatz ein, bis zu 100 %.

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